Update vom Mittwoch, 17. Januar: Die Schlagsperre wurde soweit angepasst, dass alle Stundenschläge um 7 Uhr morgens vollständig ertönen.
Derweil hat sich eine weitere Herausforderung gezeigt: Teilweise überlagern sich um 11, 16 und 19 Uhr die Stundenschläge und das darauf einsetzende Geläut. Die Stundenschläge ertönen dabei etwas verspätetet und das Geläut beginnt etwas zu früh. Auch an dieser Abstimmung wird gearbeitet.

Momentan ertönt die Glocke um 7 Uhr morgens nur sechsmal. Das Schlagwerk hat zwar die richtige Zeit, und das Schlagwerk schlägt sieben Mal, aber der erste Schlag kommt «nicht richtig durch», weil er von der Schlagsperre noch gedämpft wird.

Blick zum Stollenrad und Gestänge, die den Stundenschlag produzieren. Am unteren Ende des Gestänges ist ein kleiner schwarzer Kasten zu sehen. Dort ist die Schlagsperre angebaut worden.

Ein mechanisches Uhrwerk kann nicht nach Belieben ein- und ausgeschaltet werden. Es läuft 24 Stunden durch. Zur Einhaltung der gesetzlich geforderten Nachtruhe von 22 Uhr bis 7 Uhr musste eine sogenannte Schlagsperre eingebaut werden. Deshalb ist eine Unterbrechung des Zeitschlags in der Nacht nur möglich, wenn die Bewegung der Schlaghämmer so eingeschränkt wird, dass sie in der Nacht die Glocken nicht berühren.

Das Schlagwerk setzt sich also die ganze Nacht hindurch jede Viertelstunde in Bewegung und zieht die Schlaghämmer für den Zeitschlag hoch. Die Bewegung der Schlaghämmer in Richtung Glocken wird aber im Moment der Schlagauslösung aufgefangen und gestoppt. Eine hydraulische Dämpfereinheit bremst die Aufwärtsbewegung des Gestänges ab. Der Schlaghammer wird physisch daran gehindert, auf die Glocke zu treffen. Der Glockenschlag bleibt aus.

Der Hydraulikzylinder, der den Glockenschlag während der Nachstunden verhindert. Hier ist er in geöffneter Position, sodass ein Glockenschlag ertönen kann.

Die Schlagsperre ist ein Hydraulikzylinder, der abends um 22 Uhr in den Bewegungsweg des Schlaggestänges eingeklappt wird und morgens um 7 Uhr wieder heraus geklappt wird. Wenn das morgens nicht ganz präzise passiert, werden der erste und auch der zweite Schlag noch gedämpft, und erst die Schläge 3 bis 7 erfolgen dann ganz «frei» und gut hörbar.
Die gleiche Justierungs-Thematik lag schon beim Schlagwerk für die Viertelstundenschläge vor. Nach verschiedenen Massnahmen funktioniert das nun gut. Es ist ein interessantes Zusammenwirken von recht grober Schlagmechanik und präziser und feiner Steuerungstechnik.

Die Wartungsfirma wurde informiert. Die Anpassung der Schlagsperre ist in Auftrag gegeben worden.

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